Freitag, 7. August 2009

Tag 3 - Mittwoch, 29. Juli

Auch heute geht es wieder die Isar entlang. Das Wetter hat sich arg gebessert - die Sonne brennt auf uns hernieder. Den steinigen Wegen an der Isar müssen wir nicht mehr lange folgen - östlich des Ortes Rimsrain geht es zügig zurück ins Unterholz. Es wird teilweise dermaßen dicht, daß wir uns im Grün verlieren. Der Pfad ist teilweise nur noch zu erahnen. Mitten in diesem Grün stoßen wir auf eine alte Frau, die hier mit einem Eimer Jagd auf Himbeeren macht, die hier in Hülle und Fülle zu finden sind. Auch wir verleiben uns die eine oder andere ein - der geschmacklichen Abwechslung wegen. Gegen mittag trudeln wir am Kraftwerk Bad Tölz ein. Jetzt laufen wir am Stausee weiter, bis wir die Stadtbrücke und zugleich das Zentrum von Bad Tölz erreichen.

Die Fußgängerzone ist unser. In einem Gasthof machen wir Mittagspause. Endlich gibt es was handfestes, sprich Weißbier und Radler. Das kommt bei der Affenhitze gerade recht. Leider ist es mit der schönsten Mittagspause irgendwann vorbei. Wir lassen schnell Bad Tölz hinter uns. Unser nächstes Ziel heißt Klein-Kairo an der Isar - ja nicht zu verwechseln mit dem Groß-Kairo am Nil. Auch hier gibt es Pyramiden. Allerdings sind diese hier eine Nummer kleiner und aus Kalksteinen und nicht aus Rosengranit. Auch die Perfektion der Geometrie ist nicht so ausgeprägt wie sie die Pyramiden im Land am Nil aufweist. Dafür gibt es hier zahlreiche kleinere pyramidale Bauwerke zu bewundern. Endlich verlassen wir Kairo, da wir ja heute noch auf einem Berg biwakieren wollen - das ist jedenfalls unser Plan.In Arzbach verlassen wir die Isar endgültig. Ab nun geht es bergauf. Über den Ort Untermberg gelangen wir ins Gebirge. Wir folgen einer Forststraße die wiederum einem größeren Bach folgt.
So erreichen wir die Gaberhoff-Alm und die Kirchstein-Hütte. Ab hier weitet sich ein Hochtal aus. Am Abschluß dieses Hochtales ist die Edelweißhütte zu finden. Ab hier geht es einen rustikalen Steig steil bergauf - eine Felsstufe wird so überquert. In dem nächsten oberen Tal liegt die Probstalm. Hier ist keine Menschenseele zu erblicken. Nach dem wir eine Sonder-Höhenmetereinlage zur Ergänzung unserer Wasservorräte bewerkstelligt haben, steigen wir an die Ostflanke der Benediktenwand. Hier ist ein schöner, mit Drahtseilen gesicherter Klettersteig. Als wir diesen erreichen dämmert es schon erheblich. Schließlich gehen wir im dunklen weiter. Unsere Stirnlampen bleiben wieder einmal im Rucksack, da der Mond die Szenerie sehr schön beleuchtet. Und schließlich ist es soweit - die Biwakschachtel unter dem Gipfel der Benediktenwand ist geschafft. Ganz alleine sind wir nicht - drei andere Bergfreunde biwakieren, wie wir, im grünen Gras unterm Gipfelkreuz. Die Biwakschachtel bleibt also heute nacht leer. Der Wind wiegt uns in den Schlaf.

Jens-Uwe Tiedtke



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